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Mehr Turniere in 2020: Elmenhorst startet mit viel Elan in die Saison

Nicole Sollorz trifft Sven Lux zum Interview

Drei Monate später als geplant stehen in Elmenhorst nun gleich vier Turniertage am 16.,18.,20. und 21. Juni auf dem Programm. Statt früh die Segel zu streichen, hat Sven Lux die Corona-Pause genutzt und in Ruhe geplant. Dabei herausgekommen sind 16 Termine im Juni, Juli und August mit Geländepferdeprüfungen und Stilgeländeritten. Wie er das Mammut-Programm meistern will, verrät er im Interview mit Nicole Sollorz.

 

Eigentlich sollte am 20./21. März die Turniersaison in Elmenhorst eröffnet werden. Stattdessen begann am 23. März der Lockdown in Deutschland. Wie war eure Reaktion?

Vor dem ersten Turnier im März war die Situation sehr schwer absehbar und wir mussten tatsächlich zehn Tage vor dem Turnier absagen. Da war schon der ganze Parcours fertig gebaut und auch schon viele andere Vorbereitungen getroffen. Wenn man schon so viel geschafft hat, fällt es auch einem Veranstalter sehr schwer abzusagen.

Nach der Absage im März startet ihr nun richtig durch und plant jeweils im Juni, Juli und August vier Turniertage in einer Woche. Wie kam es dazu?

Die Idee, dieses Jahr mehr Turniere zu machen, kam erst im Laufe der Corona-Pause. Als langsam klar wurde, wie groß die Ausmaße für den Reitsport sind und sehr viele Turniere wegfallen werden, war die Devise, mehr Turniere nach einer Öffnung statt weniger. Mit dem Prüfungsangebot über drei Turniere haben die jungen Pferde nun die Chance, genauso viele Geländeparcours zu sehen, wie in einer normalen Saison. Um den Arbeitsaufwand zu minimieren, finden nun jeweils Dienstag und Donnerstag die Geländeprüfungen A und L statt und am Wochenende Stilprüfungen in A und L.  Außerdem hat es den Vorteil, dass Termine für andere Veranstalter frei bleiben.

Luhmühlen hat als erster ein Turnier veranstaltet. Du bist selbst mitgeritten, konntest du dir Tipps mitnehmen? Hast du dich mit anderen Turnierveranstaltern ausgetauscht?

Mir war sehr wichtig, an den ersten Turnieren nach Corona teilzunehmen, um dort möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Dies alles habe ich dann aufgenommen und in die Planung unseres Turniers mit einfließen lassen. Wir haben eigentlich zu fast allen Veranstaltern von Vielseitigkeitsturnieren Kontakt aufgenommen und stehen mit ihnen im Austausch. Nicht nur, was die Auflagen angeht, sondern auch bezüglich der Terminabsprache und des sinnvollen Aufbaus der Turniere.

Elmenhorst ist bereits im 5. Jahr Veranstalter von A und L Prüfungen, der Geländeplatz hat sich inzwischen auch als Ganz-Jahres-Trainingsplatz etabliert. Inwieweit profitiert ihr davon?

In der Tat ist es ein Vorteil, dass wir jetzt schon im fünften Jahr Turniere veranstalten. Wir haben eine gute Übersicht über die Kosten, was ein normaler Turniertag kostet und wussten so schnell, welche finanziellen Änderungen durch die Corona Bestimmungen zu erwarten sind. Der Geländeplatz wird gut gepflegt und die Investitionen in gutes Hindernismaterial zahlen sich aus. So bleibt der Aufwand vor einem Turnier überschaubar.

Was bedeuten die strengen Corona Auflagen in der Vorbereitung? Wie aufwendig war die Genehmigung des Turnieres?

In der Tat sind die strengen Corona Auflagen ein großer Mehraufwand in der Vorbereitung eines Turnieres. Man muss Ämter abtelefonieren, Anträge stellen und braucht auch am Turniertag erheblich mehr Helfer.

Die kurzfristige Zusage zur Genehmigung ändert einiges. Was musstest du beachten?

Bevor die Ausschreibung online gehen konnte, mussten wir ein ausführliches Hygienekonzept vorlegen. Die ständigen Änderungen der Beschränkungen machen dies nicht einfach. Die Genehmigung kam erst vor 6 Tagen, danach ging die Ausschreibung sofort online.

Hast du schon eine Nennungsübersicht für die nächste Woche?

Der erste Blick auf die Nennungen verrät uns, dass wir leider nicht ganz so viele Nennungen in den Jungpferdeprüfungen haben wie gewohnt. Dafür sind die Stilgeländeritte sehr gut ausgebucht. Der größte Run war auf den Stil-Geländeritt Klasse A, er war nach etwas weniger als 24 Stunden mit 160 Nennungen voll.

Die Geländepferde Prüfungen sind auch Sichtungen für das Bundeschampionat. Durch die wenigen Prüfungen sind die jungen Pferde auch weniger vorbereitet als in den letzten Jahren. Wie geht ihr in euren Geländekursen darauf ein?

Wir wollen den Schwierigkeitsgrad der Kurse von Turnier zu Turnier langsam steigern, um dann am Ende die Pferde optimal auf das Bundeschampionat vorbereitet zu haben.

Inzwischen wächst erfreulicherweise die Zahl der Turniere. Erschwert das deine Planung, zum Beispiel bei den Richtern?

Die Anhäufung der Turniertermine besonders im August, erschwert die Planung und wir haben noch einige Freiräume. Wir haben viele Richter angefragt und versuchen, eine faire Verteilung über die Turniertage zu finden. Dies gewährleistet einen mir persönlich sehr wichtigen Punkt, dass gerade die jungen Pferde immer wieder von unterschiedlichen Richtern beurteilt werden.

Für die nächsten Wochen brauchst du viele Helfer. Wie bekommst du das hin?

Durch die Einlasskontrollen und das Hygienekonzept brauchen wir deutlich mehr Helfer als zu normalen Zeiten. Die Helfer sind zum einen Freunde und Schüler, zum anderen freiwillige Helfer, die einem Aufruf über die sozialen Medien gefolgt sind.

In dieser Zeit ist ein gutes Team besonders wichtig. Wie meisterst du das? Wer unterstützt dich?

In den letzten Jahren ist das Team um Elmenhorst Eventing immer größer geworden. Ich habe sehr gute Unterstützung durch verschiedene Leute, an die ich einzelne Bereiche abgeben konnte. Das ermöglicht mir, mich parallel gut um meine Berittpferde und Unterrichtserteilung zu kümmern.

Gab es nach der schrittweisen Corona-Öffnung eine vermehrte Nutzung des Geländeplatzes?

Die Nachfrage zum Training auf unserem Platz war groß und man hat richtig gemerkt, dass die Reiter und Pferde Spaß am Geländetraining hatten. Das hat uns natürlich auch viel Freude bereitet.

Viele Sponsoren halten Elmenhorst seit Jahren die Treue. Was ändert sich in dieser Saison?

Unsere Sponsoren unterstützen unseren Geländeplatz ganzjährig statt pro Turnier oder Prüfung. Das hat sich in den Jahren bewährt und gibt uns in diesem Jahr eine besondere Sicherheit. Auf schöne Siegerehrungen mit persönlicher Übergabe der Ehrenpreise müssen wir nun zwar verzichten, aber große Sponsorenbanner säumen unsere Geländestrecke, das ist ein toller Blickfang und dazu noch ein schöner „Guckeffekt“ für die Pferde.

Kannst du anderen Veranstalter noch Tipps geben?

Vor allem, ein Turnier nicht zu früh aufzugeben und zu versuchen, den Reitern etwas zu bieten. Auch von den umfassenden Auflagen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wir haben festgestellt, dass im Laufe der Zeit immer mehr Lockerungen kamen und das die Austragung eines Turnieres einfacher macht als anfangs gedacht.

Mitten während Corona hattest Du Geburtstag und die große Party fiel flach. Wie hast Du dich bei Laune gehalten?

Ich saß viel auf dem Traktor, habe den Geländeplatz gemäht und an der Turnierserie getüfftelt. Das war ziemlich entspannend und mir kamen viele gute Ideen. Die Tatsache, dass wir nun wieder Turniere reiten und veranstalten können, sehe ich als verspätetes Geburtstagsgeschenk. Obwohl die Atmosphäre anders als gewohnt ist und das gesellige Miteinander doch deutlich fehlt. Aber wenn sich jeder an die Vorschriften hält und Veranstaltungen so einfacher macht, besteht hoffentlich schneller die Chance auf eine Rückkehr in den Alltag!

Hier geht es auch schon zur ersten Zeiteinteilung von Elmenhorst

Text: Nicole Sollorz; Bilder: Kerstin Hoffmann

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