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EM Segersjö: Viermal Gold, Silber und Bronze für Vielseitigkeitsnachwuchs

Die weite Anreise nach Segersjö in Schweden hat sich für den deutschen Vielseitigkeitsnachwuchs gelohnt. In einem Start-Ziel-Sieg gewann das Junioren-Team nicht nur Gold vor Irland und Großbritannien, sondern sichert sich mit Teresa Leowald und DJ Continus sowie Iliane Hannalisa Hein und Akeby’s Quemiro Silla auch Gold beziehungsweise Silber in der Einzelwertung. Die Jungen Reiter machten es nach. Mit großem Abstand sicherten sie sich den Titel vor Großbritannien und Frankreich und stellten mit Mathies Rüder und Hjoptimus den neuen Europameister. Pita Schmid wurde mit Favorita V Dritte.

Zum zweiten Mal nach 2021 bot das Gelände rund um das schwedische Herrenhaus Segersjö in der Gemeinde Örebro dem Reiternachwuchs eine malerische und vor allem wasserreiche Kulisse, mit dem Hjälmaren, dem viertgrößten See Schwedens, und dem Kvismare-Kanal in der Nähe. Wasserdurchritte und -hindernisse waren auch mehrfach in die teilweise hügeligen Geländestrecken miteinbezogen. Zu den ungewöhnlichsten Hindernissen des schwedischen Kurses zählte das Durchqueren eines Bootshauses mit anschließendem Sprung ins Wasser bei den Jungen Reitern.

Deutsche Junge Reiter mit persönlichen Bestleistungen
Für die Jungen Reiter begann die EM mit einem Paukenschlag. Mit jeweils persönlichen Bestergebnissen belegten Carl Voigt mit Descansado FRH und Mathies Rüder mit Hjoptimus nahezu gleichauf die Plätze eins und zwei in der Dressur. Dies bedeutete gleichzeitig die Führung für das deutsche Team, denn auch ihre Teamkollegin Pita Schmid mit Favorita V wuchsen im Viereck über sich hinaus und lieferten ihre bisherige Bestleistung ab. Erste Starterin für das deutsche Team im Gelände war Championats-Newcomerin Silva Kelly mit Calypo. An der Wasserkombination – 17ABC –, dem Hindernis, das am häufigsten Probleme bereitete, wählte Kelly am Element C die Alternative. Die Frage blieb länger offen, ob sie das Hindernis zuvor angeritten hatte oder nicht. Sie hatte es nicht – und das bedeutete zwar Zeit-, aber keine Hindernisfehler für sie. Eine fehlerfreie Punktlandung legte dann Carl Voigt hin. Auf die Sekunde genau, in 8:46 Minuten, bewältigte er die 4.820 Meter lange Strecke mit ihren 27 Hindernissen und konnte damit weiterhin seine Spitzenposition vor Mathies Rüder behaupten. Auch er kam „null“ ins Ziel. Dank dieser guten Vorlage hätte Schlussreiterin Pita Schmid eigentlich etliche Zeitfehler „gut“ gehabt, ohne die Führung der deutschen Mannschaft zu gefährden. Ihre Stute Favorita V galoppierte drei Sekunden unter der erlaubten Zeit ins Ziel und wirkte dort noch so energiegeladen, als wolle sie die Runde gerne noch einmal drehen.

Das abschließende Springen stellte sich als anspruchsvoll heraus. Kaum ein Paar kam ungeschoren ins Ziel, auch wenn es oft nur Zeitfehler waren. Nur drei Reitern gelang die Nullrunde – unter ihnen auch Mathies Rüder, der seine Erfahrung im Parcours voll ausspielen konnte. Mit 23,7 Minuspunkten beendete er die EM als Einziger mit seinem Dressurergebnis und durfte sich damit als Europameister feiern lassen. Das Nachsehen hatte sein Teamkollege Carl Voigt, dessen Fuchswallach zwei Abwürfe unterliefen und der mit 32,8 Minuspunkten auf Platz vier zurückfiel. Sein Pech kam Pita Schmid zugute. Sie war nach dem Gelände auf Platz vier vorgerückt, kassierte im Springen lediglich 0,8 Zeitfehler und landete damit am Ende mit 30,4 Minuspunkten auf dem Bronzerang. Silva Kelly landete auf Platz 27 (-54,6).

Gold für deutsches U21-Team  / Französische Aufholjagd

Das bedeutete Gold auch für das deutsche Team – mit 30 Punkten Abstand auf die zweitplatzierten Briten (86,9 zu 117,7 Minuspunkte), die mit Elizabeth Barrat und Ride for Thais Chaman Dumontceau auch die Silbermedaillengewinnerin in der Einzelwertung stellten. Für sie wurde es am Ende allerdings eng. Mit drei Nullrunden und nur 0,8 Zeitfehlern setzten die nach dem Gelände noch fünftplatzierten Franzosen die vor ihnen liegenden Teams unter Druck: Sie überholten zunächst die Spanier, danach die Niederländer, und zuletzt fehlte ihnen nur ein Abwurf, um auch die Briten noch vom Silberplatz zu verdrängen. Für Frankreich gab es die Bronzemedaille.

Deutsche Einzelreiter im Mittelfeld
Neben dem deutschen Top-Trio hatte sich im Gelände auch die deutsche Einzelreiterin Liv Noé Hartmann eine gute Ausgangsbasis verschafft. Im Springen unterliefen den EM-Neulingen allerdings vier Abwürfe (-49,4/Platz 21). Eine Versehen am Aussprung der Wasserkombination hatte die zweite Einzelreiterin Ella Krüger mit dem Vollblüter Königsblauer 20 Strafpunkte gekostet.  Insgesamt kamen für sie 64,3 Minuspunkte zusammen: Platz 30.

Endergebnis Teamwertung Junge Reiter

Endergebnis Einzelwertung Junge Reiter

Junioren machen es mit Doppel-Gold und Einzel-Silber vor 

Für die Junioren hätte es von Beginn an kaum besser laufen können. Schon in der Dressur setzten sich die Preis-der-Besten-Siegerin Teresa Leowald aus Ratingen und DJ Continus und die Deutsche Meisterin Iliane Hannalisa Hein mit Akeby’s Quemiro Silla an die Spitze und brachten damit auch das deutsche Team in Führung. Der 3.870 Meter lange Geländeritt begann für das deutsche Team allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler. Startreiterin Milla Staade und ihr Christ William lösten am Einsprung des einflussreichen Wasserhindernisses 13abc das MIM-Sicherheitssystem aus und kassierten dafür zusätzliche elf Strafpunkte. Damit wurde ihr Resultat zum Streichergebnis, während sich Pia Sophie Schreiber dank einer Nullrunde mit Cliemann im Ranking um zehn Plätze verbessern konnte. Und noch weiteres Mal sorgte Hindernis 13 für Verwirrung, als kurzzeitig die Frage im Raume stand, ob die ansonsten fehlerfrei gebliebenen Iliane Hannalisa Hein und Akeby’s Quemiro Silla den schmalen, weiß angestrichenen Aussprung C korrekt absolviert hätten. Das konnte allerdings schnell geklärt werden. Kein Fehler. Nach der darauffolgenden dritten deutschen Nullrunde durch Schlussreiterin Teresa Leowald mit ihrem schnellen Schimmel lag das deutsche Team weiterhin vorne. Dies bekräftigte das deutsche Quartett im abschließenden Springen: Mit vier fehlerfreien Runden  – lediglich ein Zeitfehler kam für Milla Staade hinzu – bewiesen die vier ihre Dominanz und sicherten sich unangefochten die Goldmedaille.

Fünf deutsche Junioren unter den Top Ten
Für die Einzelwertung bedeutete dies: Auch hier bleiben die deutschen Paare vorne. Dank ihrer Nervenstärke im Parcours blieb es für Teresa Leowald und DJ Continus bei ihrem Dressurergebnis von nur 25,8 Minuspunkten und damit bei Platz eins. Mit 26,1 Minuspunkten schloss sich Iliane Hannalisa Hein mit Akeby’s Quemiro Silla auf dem Silberrang an. Bronze gab es für Maeve Deverell aus Irland mit Annaharvey Dunowen (26,8), die mit ebenfalls einer Nullrunde verhinderte, dass auch noch der dritte Podiumsplatz mit einem deutschen Reiter besetzt wurde. Einzelreiter Lukas Wilhelm Sühling mit Allnightparty wurde Vierter (27,9 Minuspunkte). Dank ihrer Nullrunden im Gelände und Springen konnte die zweite Einzelreiterin Jona Isabell Heine mit Chantilly etliche Plätze gutmachen und beendete ihre EM-Premiere auf Platz sechs (31,7), einen Platz vor Pia Sophie Schreiber und Cliemann (32,9), die als fünftes deutsches Paar die EM in den Top Ten beendeten. Pferdesport Deutschland/Hb

Endergebnis Teamwertung Junioren

Endergebnis Einzelwertung Junioren

Fotos: Copyright Kim C. Lundin/FEI

 

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