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Meist im Hintergrund und doch unverzichtbar: Siegfried Neuhaus von der Pferdeambulanz im Buschreiter-Interview

Man sieht sie meist bei Veranstaltungen in Zusammenhang mit Pferden etwas abseits parken und in den allermeisten Fällen verschwinden sie abends wieder so unauffällig wie sie gekommen sind: Die Anhänger der Pferdeambulanz. Und doch sind sie, genauso wie die Sanitäter, Notfallmediziner und Tierärzte, unverzichtbarer Teil von Turnieren und Veranstaltungen. Denn wenn es zu einem Unfall kommen sollte, dann ist in Sachen Pferdetransport besondere Fachkenntnis und Know How gefragt. Buschreiter.de sprach mit Siegfried Neuhaus, der bereits seit über 40 (!!!) Jahren mit seiner Pferdeambulanz auf Turnieren und Rennbahnen in Deutschland und darüber hinaus unterwegs ist.

,,Seit 1984 bin ich mit der Pferdeambulanz und auf Pferdeveranstaltungen unterwegs. Im Jahr 2000 kam dann eine Verordnung der FN, dass auf allen Pferdesportveranstaltungen ein geeigneter Anhänger zum Transport von verletzten Tieren vor Ort sein muss, allerdings gab es noch keine Vorgaben wie genau diese Anhänger ausgestattet sein sollten. Ich habe mich dann selbstständig gemacht und mir neben dem Anhängerverkauf mit der Pferdeambulanz ein weiteres Standbein aufgebaut. Damals gab es noch kaum spezielle Anhänger für verletzte Pferde und so habe ich mich mit Roger Böckmann zusammengesetzt und wir haben überlegt womit ein solcher Notfallanhänger ausgestattet sein muss und wie man das Ganze technisch umsetzen kann.“ Das Modell von damals wurde nach und nach von Siegfried Neuhaus immer weiterentwickelt und bietet mittlerweile einige erstaunliche Funktionen. So muss der Anhänger beispielsweise neben Sichtschutzwänden auch eine gewisse Länge und Breite haben, damit Pferde im Notfall auch liegend transportiert werden können. Um die Pferde liegend verladen zu können ist im Anhänger eine feste Seilwinde installiert und Strom für diese wird über das Auto bzw. über eine zusätzliche externe Batterie bereitgestellt. Die Winde ist wiederum an einer sogenannten Schleppe befestigt, einer Art großen Plane auf welcher die Pferde liegend in den Anhänger verladen werden können. Außerdem gibt es in der Regel einen Frontausstieg für ein möglichst sanftes Abladen der verletzten Pferde.
,,Wir arbeiten immer eng mit den Tierärzten vor Ort zusammen und diese entscheiden, wie und wohin die Pferde gefahren werden. So gibt es auf großen Turnieren häufig Behandlungsboxen vor Ort oder wir fahren direkt in eine Tierklinik. Außerdem ist der Anhänger so ausgestattet, dass es auch die Möglichkeit gibt, direkt auf dem Anhänger schon zu behandeln.“

Mit seinen mittlerweile drei Notfallanhängern unterstützt Siegfried Neuhaus aus Wesel am Niederrhein auf zahlreichen regionalen und auch überregionalen Turnieren wie den Bundeschampionaten, dem Preis der Besten, dem Nationenpreisfinale in Boekelo und sogar 2006 bei der WM in Aachen. Es gibt auch die Möglichkeit bei ihm einen Anhänger zu leihen und dann selbst zu fahren: ,,Alle unsere Anhänger sind vom Kreisveterinäramt abgenommen und meine Tochter Birgit und ich sind außerdem im Besitz eines Sachkundenachweises zum Transport von Tieren. An den allermeisten Tagen sind wir ja quasi überflüssig, aber wenn dann doch mal ein komplizierterer Fall eintritt, muss man schon genau wissen was man tut und vor allem wie der Anhänger zu bedienen ist. Am Ende bin ich ja auch nur froh, wenn wir nichts zu tun haben, aber das Thema muss sehr sensibel behandelt werden, denn wenn es doch zu einem Unfall kommt, dann ist es gut sachkundig helfen zu können.“

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Siegfried Neuhaus für dieses interessante Interview und wir sind sehr froh, dass es im Falle eines Unglücks die Pferdeambulanz für unsere Vierbeiner gibt!

Pferdeambulanz Neuhaus Foto: privat

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