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Bundeswettkampf Sahrendorf: Der Wanderpokal geht erstmalig nach Sachsen – Einzelsieg für Johanna Schumacher

In der nun 52-jährigen Geschichte der Traditionsveranstaltung konnte das Team aus Sachsen erstmalig die Ehrenrunde anführen. Zwar konnten die Sachsen schon mehrfach in die Medaillenränge reiten, doch auf den Sieg mussten sie bis 2026 warten. Nach 2014 wurde der Bundeswettkampf Vielseitigkeit nach 12 Jahren wieder im norddeutschen Sahrendorf ausgetragen. In der Einzelwertung des Bundeswettkampfes siegte die erst siebenjährige Be My One mit Johanna Schumacher im Sattel. Das Duo startete für den Pferdesportverband Weser-Ems. Die CCI3*-S Prüfung gewann Nicolai Aldinger, in der 2*-Kurzprüfung kam niemand an Mathis Huisinga und Carlotta vorbei. In den beiden Abteilungen der CCI1-Intro gewannen Jona Sofie Schnier mit Vegas Girl sowie Antonia Massmann mit Diamar.

Bundeswettkampf Vielseitigkeit: Sachsen sichert sich den Titel mit starken Nerven im Springparcours

In diesem Jahr fand eine Neuerung des Bundeswettkampfes Vielseitigkeit statt: Statt wie bisher in einer CCI2*-L ausgetragen, konnten die Reiterinnen und Reiter in diesem Jahr in der CCI2*-L ODER der CCI3*-S für ihren Landesverband an den Start gehen. Die besten drei Ergebnisse des jeweiligen Teams wurden schließlich für die Wertung des Traditionswettbewerbes gezählt. Eine wahre Aufholjagd gelang der Mannschaft aus Sachsen in diesem Jahr: Die Mannschaft bestehend aus Christian Gärtner mit Veritas, Antje Schöniger mit DSP Schoensgreen Hedda, Cecile Rother mit Wiesenguts Auf und Davon sowie Oliver Beseke mit Nostradamus P lagen nach der Dressur noch auf dem sechsten und damit vorläufig letzten Platz in der Mannschaftswertung. Am Samstag sollte sich das Blatt jedoch in der Geländeprüfung wenden: Mit vier starken Ritten ohne einen einzigen Hindernisfehler verbesserte sich das Quartett auf den Bronzerang und ging von dieser Position aus in das abschließende Springen. Dort musste das Team lediglich vier Punkte hinzufügen, sodass sie am Ende mit -123,1 Punkten und damit sogar noch mit über einem Springfehler Abstand erstmalig die Siegerschärpen und den traditionellen Wanderpokal mit nach Sachsen nehmen durften.

Die Silbermedaille sicherte sich das Team des gastgebenden Landesverbandes in Hannover. Hier ritten Marleen Schreiber mit Belissimo Boy K. Antonia von Baath mit Butt’s Archer, Laura Bardowicks mit Benzon und Kurd Moritz von Ziegner. Auch dieses Team konnte sich nach Platz 5 in der Dressur dank guter Leistungen im Gelände auf den Silberrang verbessern. Am Ende wäre sogar noch die Goldmedaille in Reichweite gewesen, wenn nicht im Parcours ausgerechnet bei den bis dato drei besten Reitern des Teams eine bzw. zwei Stangen gefallen wären.

Mit Aussichten auf den Titel ging die Mannschaft aus Weser-Ems in den Finaltag. Hier ritten Johanna Schumacher mit Be My One, Karsten Jaspers mit Campione de Lux, Etta Glanzer-Reents mit Coopi Neuseriem und Johanna Wetjen-Sanders mit Wild West Candy Rose. Das Team von Mannschaftsführerin Ina Tapken war mit einem knappen Vorsprung von zwei Punkten als Overnightleader in den Finaltag gestartet. Allerdings lief es bei einigen Teammitgliedern im Parcours nicht ganz wie erhofft und nach einigen Abwürfen beendete die Mannschaft das Turnier auf dem dritten Platz (-135,0). Die Mannschaft stellte jedoch die Einzelsiegerin im Bundeswettkampf: Hier gewann die erst 18-jährige Johanna Schumacher vom RFV Rütenbrock mit der siebenjährigen Be My One (Züchter: Heinz Lenter; Besitzerin: Reiterin). Die sehr gut springende Balou du Rouet-Tochter konnte mit ihrer Reiterin als eines von nur zwei Paaren die CCI2*-L Prüfung mit ihrem Dressurergebnis (-32,7) beenden. Als Ehrenpreis erhielt sie die traditionelle Statue des berühmten Hengstes Ramzes, den Fritz Sümmermann Gedächtnispreis. Die Silbermedaille holte sich hier ein Mitglied der Siegermannschaft, nämlich Christian Gärtner mit dem bereits bis CCI2*-S platzierten Valentino-Sohn Veritas (Züchter & Besitzer: Florian Gärtner). Die beiden beendeten die Prüfung mit -33,5 Punkten. Auch die Bronzemedaille in der Einzelwertung ging nach Sachsen: Hier platzierte sich Antje Schöniger mit der achtjährigen aus der Familienzucht stammenden Stute DSP Schoensgreen Hedda mit -40,8 Punkten. Nach der Dressur lagen die beiden noch auf dem 24. Platz, konnten die Prüfung jedoch nach starken Runden im Gelände und im Parcours mit diesem Ergebnis beenden.

Weitere platzierte Teams des Bundeswettkampf Vielseitigkeit:

  • 4. Platz: Schleswig-Holstein (-154,8) – Christin Schulz mit Heho Dennis, Mathies Rüder mit Leila, Isabell Meyer mit Call Me Olaf & Svenja Eckert mit Saintinel
  • 5. Platz: Hessen (-211,8) – Philip von Roeder mit Fast Freddy, Annika Dechert mit Cadorfine, Mibna Deidre Mc Sherry mit Dante’s Peak Hg & Pauline Petruschke mit Columbo Obrocky
  • 6. Platz: Westfalen (-457,6) – Jana Menningen mit Szazu R, Julika Schenkann mit Ginger Gold & Clara Prinz mit Poupee de Sucre

Die CCI2*-L Prüfung war wie immer auch offen ausgeschrieben, sodass Reiter, die nicht beim Bundeswettkampf ritten, ebenfalls starten konnten. In der offenen Wertung siegte der 17-jährige Finne Mikko Moisala mit dem siebenjährigen Karajan-Sohn Kajo A mit -26,3 Punkten. Zweite wurde die Gewinnerin der Einzelwertung des Bundeswettkampfes Johanna Schumacher mit Be My One (-32,7). Rang drei sicherte sich ebenfalls ein Reiter des Bundeswettkampfes, nämlich der Vize-Meister der Einzelwertung Christian Gärtner mit Veritas (-33,5). Auf Platz 4 reihte sich Janne Kleinbuntemeyer ein. Sie ritt den achtjährigen Grey Top Nachkommen Grey Boss (Züchter: Christian-Wilhelm Ohse; Besitzerin: Reiterin). Für das Duo war es die erste lange Prüfung, bei der sie mit -37,2 Punkten ihre bisher beste internationale Platzierung holen konnten.

Weitere platzierte deutsche Teilnehmer in der CCI2*-L: 6. Christin Schulz mit Heho Dennis (-40,8); 7. Marleen Schreiber mit Belissimo Boy K (-41.1); 8. Antonia von Baath mit Butt’s Archer (-42,4); 9. Leonie Morgenstern mit Wiesenguts Schoko (-44,1); 10. Laura Bardowicks mit Benzon (-46,8); 11. Kurd Moritz von Ziegner mit Caldera Z (-47,0).

Endergebnis Bundeswettkampf Vielseitigkeit Teamwertung

Endergebnis CCI2*-L Einzelwertung

Johanna Schumacher & Be My One mit Landestrainerin Ina Tapken – Einzelsiegerin Bundeswettkampf Vielseitigkeit 2026 – Foto: privat

CCI3*-S: Nicolai Aldinger siegt

39 Paare gingen in der CCI3*-S an den Start. Die Geländeprüfung erwies sich als kniffelig und keiner der Teilnehmer kam am Ende im hügeligen Gelände innerhalb der vorgegebenen Bestzeit ins Ziel. Am Ende hatte Nicolai Aldinger in der Prüfung die Nase vorne und gewann im Sattel der 10-jährigen Landskron Tochter Giganta (Züchter: Ludwig Ebermann; Besitzerin: Gertraude Trensch). In der Dressur erhielten die beiden -32,2 Punkte und blieben im Parcours auf dem traditionellen Sahrendorfer Rasenplatz ohne Fehlerpunkte. Im Busch zeigten sie mit 13,2 Zeitfehlern die fünftschnellste Runde des Tages und konnten sich somit mit -45,4 Punkten über den bereits zweiten 3*-Sieg der Saison freuen. Mit seinem zweiten Pferd in der Prüfung, dem 15-jährigen Palm Beach (Züchterin: Tanja Schramm; Besitzerin: Christa Lindenberger) wurde es außerdem mit -48,0 Punkten noch zusätzlich der fünfte Platz in der Prüfung. Leider fielen im Parcours zwei Stangen, mit einem Abwurf weniger hätte der bis CCI4*-L erfolgreiche Palm Beach die Prüfung sogar gewonnen.

Dazwischen schob sich noch Katharina Meyer mit ihrem aus der Familienzucht stammenden Chapeau Claque (Züchterin & Besitzerin: Monika Tietz) auf dem vierten Platz. Der 13-jährige Wallach war bereits bis CCI4*-L hochplatziert, wurde aber bisher in dieser Saison nur dosiert in 2*-Prüfungen eingesetzt. In der ersten 3*-Prüfung der Saison erzielten die beiden -33,6 Punkte in der Dressur, blieben ohne Fehler im Springen und sammelten 14,4 Zeitfehler auf der Geländestrecke. Damit summierte sich das Endergebnis auf -48,0 Punkte.

Weitere platzierte deutsche Teilnehmer in der CCI3*-S: 6. Carl Constantin von Ziegner mit A Beauty Girl (-49,6); 7. Karsten Jaspers mit Campione de Lux (-50,0); 9. Nadine Marzahl mit Viva l’Amour (-53,9); 10. Mathies Rüder mit Leila (-54,5); 11. Katharina Meyer mit Aspen T (-55,8); 12. Johanna Wetjen-Sanders mit Wild West Candy Rose (-56,7)

Endergebnis CCI3*-S

CCI2*-S: Mathis Huisinga gewinnt im Sattel von Carlotta

Auch die 2*-Kurzprüfung war mit 55 Teilnehmenden gut besucht. Am Ende setzte sich Mathis Huisinga vom RuF Rheiderland mit der bereits 18-jährigen Carlotta (Züchter & Besitzer: Stall Brummer) gegen die starke Konkurrenz durch. Nach der Dressur lag der Mannschaftseuropameister der Junioren des Jahres 2024 mit -29,0 Punkten noch auf dem vierten Platz, konnte sich aber mit sicheren Nullrunden im Springen und Gelände bis auf den Spitzenplatz verbessern. Für den 19-jährigen, der aktuell gleich mehrere vielversprechende junge Pferde in Richtung Bundeschampionat ausbildet, war es bereits der zweite internationale Sieg mit Routinier Carlotta.

Platz 2 ging an den für Italien startenden Pietro Grandis mit dem achtjährigen Blue Chip (Züchterin: Jutta Reutter). Für den Westfalen, der bis zur vergangenen Saison im Stall Siemer ausgebildet wurde, war es mit -30,9 Punkten die bis dato beste internationale Platzierung. Die beiden starteten mit -29,3 Punkten aus der Dressur und mussten zu diesem Ergebnis lediglich 1,6 Punkte für vier Sekunden Zeitüberschreitung hinzuaddieren. Platz 3 ging an die bereits bis CCI4*-S platzierte Isabella von Roeder mit ihrem Erfolgspartner Bob (Züchter: Werner Stahr; Besitzerin: Reiterin) und -33,3 Punkten. Die beiden waren Anfang des Jahres auf einem guten Kurs in Richtung U25 WM, jedoch lief es bei der letzten Sichtung in Luhmühlen leider nicht ganz nach Plan, sodass sich die beiden nun in einer leichteren Prüfung die nötige Routine und das Selbstvertrauen für die zweite Hälfte der Saison abholten. Zum Dressurergebnis von -28,9 Punkten kamen lediglich 0,4 Zeitfehler im Springen sowie vier Zeitfehler für 10 Sekunden Zeitüberschreitung im Gelände.

Der vierte Platz ging an die Dressursiegerin der Prüfung, Antonia von Baath mit FRH Gentle Willowbee H (Züchter: Eventerzucht Hansen; Besitzer: Swantje Hansen). Die beiden hatten mit -24,8 die mit Abstand beste Leistung im Viereck gezeigt, mussten jedoch einen Abwurf im Parcours sowie 4,8 Zeitfehler aus dem Gelände hinnehmen. Mit -33,6 Punkten und Platz 4 zeigten die beiden jedoch ein erfolgreiches Comeback nach ca. 1,5 Jahren Turnierpause. Über Platz 5 freuen konnte sich Maria von Starck mit der 11-jährigen Hannoveranerstute Capriole (Züchter: Wilfried Fuseler; Besitzerin: Birte von Starck). Die beiden lagen nach der Dressur mit -35,3 Punkten noch im hinteren Mittelfeld, konnten sich jedoch dank Nullrunden im Springen und Gelände bis in die Top 5 verbessern. Für die beiden war es die bisher beste internationale Platzierung beim zweiten gemeinsamen 2*-Start.

Weitere platzierte deutsche Teilnehmer in der CCI2*-S: 6. Anna Siemer mit DSP Charlie Brown (-35,3); 7. Clara Gretha Konopka mit Kissing Queen (-36,0); 8. Marlene Hayessen mit Deliah Ioh (-36,9); 9. Malin Hansen-Hotopp mit Margaretha (-37,4); 10. Anna Theresa Börke mit Zacky Zack (-37,9); 11. Nadine Marzahl mit Cera (-39,1); 12. Svenja Eckert mit Samira K (-39,5); 14. Merle Denker mit Jade (-40,0); 15. Tim Fürst mit Blackberry Mf (-40,2); 16. Kaya Thomsen mit Lariko R (-41,6); 18. Kaya Thomsen mit Mamma Mia (-42,7).

Endergebnis CCI2*-S

CCI1*-Intro: Jona Sofie Schnier und Antonia Massmann gewinnen ihre Abteilungen

Seit 2022 wird im Rahmen der großen Vielseitigkeit in Sahrendorf auch eine Intro-Prüfung angeboten, die sich mittlerweile größter Beliebtheit erfreut. Der Ansturm war in diesem Jahr so groß, dass die Prüfung bei insgesamt über 80 Starterpaaren sogar in zwei Abteilungen ausgetragen wurde.

In der ersten Abteilung ging der Sieg an Jona Sofie Schnier mit der erst sechsjährigen Oldenburger-Stute Vegas Girl (Züchter: Frederic Bünger; Besitzer: Stefan Schnier) mit ihrem Dressur- und Endergebnis von -30,1 Punkten. Die Stute erfüllt damit nun alle Anforderungen um in rund einem Monat an den Bundeschampionaten der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde teilzunehmen. Platz 2 sicherte sich der 3*-Sieger des Turniers Nico Aldinger mit Checker W (Züchter: Christiane & Maik Wernicke; Besitzer: BG Fischer). Auch er konnte die Prüfung mit seinem Dressurergebnis beenden (-31,3). Der Checkter-Sohn war Ende Mai in der CCI1*-Intro Prüfung in Baborowko siegreich. Nur knapp dahinter mit -31,3 Punkten platzierte sich Dirk Schrade mit dem sechsjährigen Cascadello-Nachkommen Crossfighter (Züchterin: Freya Best; Besitzerin: Freya Rethmeier). Der Pferdewirtschaftsmeister erzielte in der Dressur mit -29,4 Punkten das beste Ergebnis der Abteilung, jedoch entglitt ihm der zum greifen nahe Sieg durch zwei Zeitfehler im Gelände. Auch Crossfighter ist, wie auch im vergangenen Jahr, zum Bundeschampionat qualifiziert.

In der zweiten Abteilung der Intro siegte mit -29,9 Punkten Antonia Massmann und der 10-jährige Diamar (Züchter: Bernd Harlof; Besitzerin: Ariane Massmann-von Lewinski). Auch eine Sekunde Zeitüberschreitung im Parcours gefährdete die Spitzenposition der Dressursiegerin der Abteilung (-29,5) nicht und so konnte sie sich einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag mit dem ersten internationalen Sieg selbst das schönste Geschenk machen. Mit ihrem Dressurergebnis von -32,3 Punkten ging der zweite Platz an die sechsjährige Stute Etoile d’Haskar (Züchter & Besitzer: Heliodoro Ramos-Arzate) mit Felicia von Baath im Sattel. Mit einigem Abstand ging dann der dritte Platz an den siebenjährigen Holsteiner Unikat (Züchter: Detlef Ohrt; Besitzer: Claas Herrmann Romeike) mit -39,4 Punkten. Hier kamen zum Dressurergebnis von -32,6 Punkten ein Abwurf aus dem Springen und 2,8 Zeitfehler aus dem Gelände hinzu.

Endergebnis CCI1*-Intro 1. Abteilung

Endergebnis CCI1*-Intro 2. Abteilung

 

 

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